Neue Gesamtkirchengemeinde - Pfarrer Sven Rathmann zum Vorsitzenden gewählt

Florstadt/Reichelsheim/Wölfersheim

Die Kirchengemeinden stellen sich neu auf. Damit wollen und müssen sie sich der Zeit anpassen: Weniger Taufen, weniger Mitglieder, Austritte – diese Entwicklung ist seit langem bekannt. Für die evangelischen Gemeinden in der Mittleren Wetterau (Beienheim/Weckesheim, Berstadt, Florstadt, Melbach, Reichelsheim, Södel, Staden/Stammheim und Wölfersheim) bedeutet das, dass sie näher zusammenrücken. Seit dem Jahresbeginn 2026 sind sie eine Gesamtkirchengemeinde. Das Leitungsgremium, der Gesamtkirchenvorstand, hat sich nun konstituiert. Dazu kamen 14 Ehrenamtliche, die aus den Ortskirchengemeinden entsandt wurden, vier Pfarrer und Dekan Volkhard Guth im Gemeindehaus in Melbach zusammen, um ein Leitungsteam zu wählen. Einstimmig wurde Pfarrer Sven Rathmann zum Vorsitzenden des ersten Vorstands der neuen Gemeinde gewählt. Ebenso einstimmig ist Astrid Möller-Seeling als stellvertretende Vorsitzende des Kirchenvorstands gewählt worden. 

Im weiteren Verlauf der Sitzung galt es viele Formalitäten auf den Weg zu bringen: Wer führt welches Siegel, wer ist für das Personal der Kirchengemeinde verantwortlich, diese Aufgabe übernimmt Pfarrer Lars Stephan. Gewählt wurden die beiden Kollektenkassenrechnerinnen Tatjana Reuß und Nadine Pisulla, beide sind aus dem Team der Gemeindesekretärinnen. 

Bis die Verwaltung der Gemeinde in Reichelsheim das Büro beziehen kann, wird es noch eine Weile dauern. Wie Pfarrer Rathmann informierte, würden die Umbaupläne für das Untergeschoss des Pfarrhauses nochmals überarbeitet. 

Die Liste der Aufgaben, die der neue Kirchenvorstand in seinen nächsten Sitzungen zu beraten und beschließen hat, ist lang: Der Doppelhaushalt für 2026/27, das neue Konzept für den Konfirmandenjahrgang 2026/27, das Bilden von Ausschüssen, das Anpassen der Verträge und auch ein Fest mit Gottesdienst gilt es zu planen.

„Es war eine herzerwärmend gute Stimmung während der ersten Sitzung“, sagt Petra Claas. Sie gehörte dem Leitungsteam der bisherigen Steuerungsgruppe des bisherigen Nachbarschaftsraums an. „Das macht Mut für die Zukunft.“ Als Brückenbauer sieht sich Sven Rathmann. Nun sei wichtig, dass sich eine Kontinuität im Leitungsgremium entwickelt. „Wir möchten das bewahren, was schützenswert ist aber auch Neues wagen, damit wir als Christen in der Mittleren Wetterau sichtbar bleiben und sich eine Gemeinschaft entwickelt“, sagt Rathmann.

„Gemeinsam sind wir stark", ergänzt Astrid Möller-Seeling.  „Ich freue mich darauf gemeinsam mit den Kollegen und Kolleginnen im Gesamtkirchenvorstand und den vielen Ehrenamtlichen in den Ortskirchenausschüssen und Teams vor Ort daran zu arbeiten, dass wir ein buntes kirchliches Angebot und eine gute Präsenz in allen Orten unserer Kirchengemeinde Mittlere Wetterau anbieten können.“  Ein besonderes Anliegen bleibe, „in allen unseren Dörfern die Seelsorge durch unser Verkündigungsteam sicher zu stellen“. 

Mitglieder des Gesamtkirchenvorstands sind: Sandra Fritsch, Kim Sophie Ladner (beide Beienheim/Weckesheim), Astrid Möller-Seeling, Nadine Pisulla (beide Berstadt), Petra Claas, Karin Walther (beide Florstadt), Ingrid Marloff-Kunkel, Hermann-Ulrich Pfeuffer (beide Melbach), Ines Dauernheim (Reichelsheim), Miriam Kammer-Lang, Susanne Wöhrle (beide Södel), Marina Niehaus (Staden/Stammheim), Melanie Frank und Liv Malin Schwartau (beide Wölfersheim) sowie die beiden Pfarrer Jörg Fröhlich und Sven Rathmann.

(Ines Dauernheim, 14.1.2026)

Gebäudekonzept

Wo stehen wir im Moment? Die Gemeinden der EKHN werden sich bis 2030 von ca. 20 % ihrer Gebäude bzw. von der Baulast trennen müssen. 2022 fand in unserem Nachbarschaftsraum die Besichtigung der Gebäude statt - danach erstellte die Bauabteilung der EKHN drei Varianten für die künftige Nutzung. Danach wurden diese Szenarien in verschiedenen Diskussionsrunden im Nachbarschaftsraum beraten. Unser wahrscheinlich letzter Workshop war am 23. November (nach Redaktionsschluss), um die Klassifizierung der Gebäude endgültig festzulegen und den Ort für die gemeinsame Verwaltung zu bestimmen. Wenn die Konzeptionen aller Nachbarschaftsräume vorliegen und die Vorgaben zur Reduktion der Baulast im Dekanat mindestens um 20 % insgesamt eingehalten wurden, wird die Dekanatssynode den Gebäudebedarfs- und -entwicklungsplan voraussichtlich im Frühjahr 2024 beschließen. Der gesamte Prozess hat Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen zeitlich und auch emotional viel abverlangt. Es schmerzt, wenn Gemeinden auf Gebäude bzw. deren Erhaltung durch die EKHN verzichten müssen, die jahrzehntelang (oder länger) zur Gemeinde gehörten, gepflegt wurden und in denen Gemeindeleben stattgefunden hat. Dennoch sind die Reduzierungen notwendig, um die Kirche angesichts der schwindenden Mitgliederzahlen fit für die Zukunft zu machen.

(aus: Gemeindebrief Dezember 2023)